US-Präsident Donald Trump wolle Washingtons aggressive wirtschaftliche Sanktions- und Druckkampagne gegen Kuba noch weiter verschärfen, um so einen seit Jahrzehnten forcierten Regimewechsel zu erzwingen, berichtet das Portal Axios am Freitag unter Berufung auf ungenannte Quellen. Die Bewohner des Inselstaats leiden seit Monaten unter einem fast vollständigen Treibstoffmangel und täglichen Stromausfällen von bis zu 20 Stunden.
Eine Gruppe von namentlich nicht genannten US‑Beamten erklärte gegenüber dem Medium, dass sich die Trump-Administration in Washington bislang für eine konsequente, schrittweise Wirtschaftskampagne entschieden hat, die darauf abziele, die Bewohner Kubas und die politische Führung in Havanna "zu strangulieren, dabei jedoch eine direkte militärische Invasion bisher nicht in Erwägung ziehe.
"Man könnte es am besten als 'Akzelerationismus' beschreiben", so ein hochrangiger Beamter, und bezog sich dabei auf die Philosophie, einen gesellschaftlichen Zusammenbruch so zu beschleunigen, um weiter laut Axios-Artikel auszuführen:
"Aber wir wollen das Regime noch nicht sofort zu Fall bringen. Das Ganze folgt einer bestimmten Methode. Es geschieht schrittweise."
Laut Axios-Analyse zielt die Strategie Washingtons unter anderem darauf ab, aktuell Zeit zu gewinnen, solange der US-Präsident noch mit den stockenden Friedensverhandlungen mit Teheran beschäftigt sei. "Trump will alle Hebel in Bewegung setzen, die ihm zur Verfügung stehen, aber derzeit gibt es nicht mehr so viele Hebel wie früher", erklärte ein zweiter Beamter gegenüber dem Nachrichtenportal.
Eine dritte Quelle ergänzte, dass die Trump-Administration über "ein ziemlich umfangreiches Instrumentarium verfügt, insbesondere was Sanktionen und deren Durchsetzung angeht". Weitere Maßnahmen wären demnach "in Vorbereitung", ist in dem Axios-Zitat zu lesen.
Mitarbeiter rund um das Oval Office hätten zudem geäußert, dass die erhoffte Entwicklung und Dynamik ist, dass die durch das forcierte US-Embargo verursachte Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Kuba zu Unruhen und schließlich zu einem Regimewechsel führen würde. So erklärte eine Quelle zu den erwarteten Szenarien vonseiten Washingtons:
"Es wird heiß hergehen. Die Menschen werden keinen Strom haben. Ohne Kühlung verderben die Lebensmittel. Die Menschen werden wütend. Sie könnten auf die Straße gehen."
Trumps Befürchtungen würden dabei lauten, dass eine Invasion, die er gegebenenfalls starten will, sich zu lange hinziehe. Der US-Präsident würde es darauf anlegen, dass diese in weniger als 48 Stunden vorbei wäre. Andernfalls "entwickelt sich daraus ein Sumpf. Das könnte chaotisch werden", so die Quelle, mögliche Planspiele im Oval Office und dem Pentagon zusammenfassend.
Während das politische Washington bisher von einer direkten militärischen Invasion Kubas Abstand genommen hat, deutet ein separater Medienbericht des Portals Politico darauf hin, dass das Pentagon monatelang Kriegsschiffe und Waffen – darunter die Flugzeugträgerkampfgruppe der USS Nimitz – für einen möglichen Angriff in Position gebracht sowie die Aufklärungsoperationen verstärkt hat (RT DE berichtete).
Der kubanische Außenminister Bruno Rodriguez Parrilla warnte diese Woche in einem Interview davor, dass jeder militärische Angriff ein "Blutbad" auslösen und den Tod Tausender Kubaner und Amerikaner gleichermaßen zur Folge haben würde.
Während einer Kabinettssitzung am Mittwoch der Vorwoche warnte US-Außenminister Marco Rubio vor einem "gescheiterten Staat" nur rund 150 Kilometer vor der Küste Floridas, den er als "Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten" bezeichnete. Rubio, selbst kubanischstämmig, führte wörtlich weiter aus: "Leider wird das Land von einem Haufen inkompetenter Kommunisten regiert".
Parilla warf den USA vor, eine "kollektive Bestrafung" verhängt zu haben, und erklärte, die Kubaner seien seit Jahren Bedingungen ausgesetzt, "die ihre Menschenrechte verletzen und Schmerz, Leid und Qualen verursachen".
Dabei hatten UN-Menschenrechtsexperten Anfang Mai die US-Treibstoffblockade ebenfalls verurteilt, die ihrer Meinung nach einer "Energie-Aushungerung" gleichkommt und einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht darstellt.
Russland hat demgegenüber zusammen mit mehreren anderen Ländern, darunter China und Mexiko, die Bewohner Kubas mit humanitärer Hilfe versorgt, darunter eine Lieferung von rund 700.000 Barrel Rohöl Ende März.
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