Lettland: Frau wegen Überweisung von 43 Euro für russische Armee zu sechs Jahren Haft verurteilt

Der Anklage zufolge hat die Lettin Polina Kamļova aus Rēzekne 43 Euro für den Kauf eines Geräts zur elektronischen Kampfführung für Bedürfnisse der russischen Armee übergeben. Für die Geldüberweisung nach Russland nutzte sie einen Bekannten in Weißrussland als Vermittler.

Das Stadtgericht Riga hat Polina Kamļova, eine Einwohnerin der lettischen Stadt Rēzekne und "prorussische Aktivistin", wegen der Finanzierung der russischen Armee mit einer Summe von rund 43 Euro zu sechs Jahren Haft verurteilt. Dies berichete das Nachrichtenportal Delfi am Mittwoch.

Den Ermittlungen zufolge habe die Frau im Dezember 2024 während eines WhatsApp-Austauschs mit einem Bekannten aus Russland eingewilligt, die russische Armee bei der Beschaffung finanzieller Mittel für militärische Ausrüstung zu unterstützen, die "im Krieg gegen die Ukraine" eingesetzt werden sollte, so Delfi. Bei dem Mann handele es sich um eine Kontaktperson für das russische militär-patriotische Zentrum für Spezialausbildung Kaskad. Er habe um Hilfe beim Sammeln von Geldern für die Anschaffung eines Systems zur elektronischen Kampfführung für die russische Armee gebeten.

Da es nicht möglich war, Geld direkt von einer lettischen Bank an eine russische zu überweisen, soll sich Kamļowa an einen Bekannten in Weißrussland gewandt und ihn gebeten haben, die Zahlung vorzunehmen. Ihr Bekannter habe von seinem persönlichen Bankkonto 157 weißrussische Rubel (etwa 43 Euro) überwiesen. Der Anklage zufolge habe die Frau den wahren Verwendungszweck der Gelder nicht offengelegt.  

Neben der sechsjährigen Freiheitsstrafe wurde eine dreijährige Bewährungsaufsicht angeordnet. Das Gericht rechnete die Zeit der vorläufigen Festnahme und der Untersuchungshaft auf die Strafe an. Kamļova hat demnach noch fünf Jahre und zwei Monate zu verbüßen. Sie kann gegen das Urteil beim Bezirksgericht Riga Berufung einlegen.

Bevor der Fall an die Staatsanwaltschaft übergeben wurde, wurde er vom lettischen Staatssicherheitsdienst (VDD) untersucht. Die Behörde nahm die Frau am 2. Dezember 2025 fest. Im November 2025 wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Gegenstand des Verfahrens ist "die Weiterleitung finanzieller Mittel an eine an einem bewaffneten Konflikt außerhalb des lettischen Staatsgebietes beteiligte Partei, deren Handlungen gegen die territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit eines anderen Staates gerichtet sind." Das Gesetz sieht für eine solche Straftat eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren vor.   

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