Nach aktueller Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) stehen deutsche Unternehmen, kritische Infrastrukturen sowie verteidigungsrelevante Lieferketten fortdauernd im Fokus russischer Sabotageaktivitäten. Der BDI rechne demnach jederzeit "mit neuen Angriffsmethoden", so der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch im Handelsblatt-Interview (Bezahlschranke) mutmaßend.
Deutsche Unternehmen, Hersteller wie Zulieferer, aus dem Bereich der "Industrie für die Verteidigung" sowie Anbieter funktionierender Lieferketten in diesem Bereich müssten sich laut BDI-Einschätzung darauf einstellen, dass die russische "Bedrohung anhalte und die Angriffsmethoden vielfältiger werden", so Lösch gegenüber dem Handelsblatt ausführend.
Sabotage und "Einflussoperationen" wären dabei eine konkrete Bedrohung für die deutsche Wirtschaft. Daher müsse die zuständige Politik "Sicherheitswarnungen schneller in wirksame Schutzmaßnahmen umsetzen".
Der Schutz der Wirtschaft müsse ein unbedingter Grundbaustein der nationalen Sicherheit sein "und politische Priorität haben", forderte der BDI-Vize weiter, dies vor dem Hintergrund der jüngsten Russlandwarnungen im Rahmen der Anhörung der drei Präsidenten der Nachrichtendienste des Bundes vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium in Berlin.
Eine leistungsfähige Industrie sei, so die anmahnende Erinnerung, "die Voraussetzung für die Verteidigungsfähigkeit, Versorgungssicherheit und staatliche Handlungsfähigkeit". Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechne weiterhin damit, dass die Gefahr russischer Angriffe anhalte. Dabei gehe es nicht nur um klassische Spionage, "sondern auch um Sabotage und andere hybride Angriffe".
Industrie, Wirtschaft und Politik bräuchten daher "eingespielte Prozesse" sowie einen engeren Austausch, da sich vermeintlich "Art und Ziel möglicher Angriffe nur schwer vorhersagen lassen", so Lösch darlegend. Der Verband erkenne aktuell "bei der Abwehr" potenzieller Gefahren "jedoch erhebliche Defizite".
Auf Bundesebene hatte die Bundesregierung im März dieses Jahres die sogenannte "Nationale Wirtschaftsschutzstrategie (NWS)" im Kabinett beschlossen. Erhofftes Ziel der Maßnahme sei es, den Wirtschaftsschutz in Deutschland ganzheitlich zu bündeln sowie "die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Unternehmen gegenüber physischen, digitalen und hybriden Bedrohungen zu stärken".
Zudem greifen seit dem 11. September 2026 neue EU-Verpflichtungen unter dem sogenannten "Cyber Resilience Act", die Hersteller zur "Meldung aktiv ausgenutzter Schwachstellen" binnen 24 Stunden über die europäische Meldeplattform verpflichten.
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