Moskau appelliert an die Hamas, Kompromissbereitschaft zu zeigen

Russland unterhält Kontakte zu unterschiedlichen politischen Akteuren im Nahen Osten und Nordafrika, erklärt ein russischer Diplomat. Dazu gehöre auch die Führung der Islamischen Widerstandsbewegung Hamas. Moskau versuche, diese zur politischen Flexibilität zu bewegen.

Alexander Kinsсhtschak, Direktor der Abteilung Naher Osten und Nordafrika im russischen Außenministerium, hat der Nachrichtenagentur Interfax ein Interview gegeben. Der Diplomat ging unter anderem auf die Frage ein, ob Russland Kontakte zu der Islamischen Widerstandsbewegung Hamas und der libanesischen Hisbollah-Miliz unterhalte und diese auffordere, die Konfrontation mit Israel zu beenden.

"Wir pflegen traditionell Kontakte zu einer Vielzahl politischer Kräfte in der gesamten Region des Nahen Ostens und in Nordafrika", erklärte Kinsсhtschak. Russische Diplomaten stünden regelmäßig mit der Führung der Hamas sowie anderen Teilnehmern des palästinensisch-israelischen Konflikts in Kontakt, fügte er hinzu.

Und weiter:

"Wir bemühen uns, die Vertreter der Widerstandsbewegung zu einem konstruktiven Ansatz zu ermutigen und sie zu Flexibilität und Kompromissbereitschaft anzuregen."

Laut Kinsсhtschak führte der stellvertretende russische Außenminister Georgi Borissenko Anfang Juni ausführliche Konsultationen mit dem hochrangigen Mitglied des Politbüros der Hamas, Mousa Abu Marzouk.

Moskau vertrete die Ansicht, dass es von entscheidender Bedeutung sei, derartige Kommunikationskanäle offenzuhalten, zumal wichtige Aufgaben wie die Einhaltung des Waffenstillstands, die Lieferung sowie Verteilung humanitärer Hilfe, aber auch die Durchführung von Evakuierungen gelöst werden müssten.

Die russische Seite gehe von der Tatsache aus, führte Kinsсhtschak aus, dass eine Abstimmung mit der Hamas auch den Interessen einer umfassenden Lösung des Palästinaproblems entspreche.

Die Meinung einer der einflussreichsten palästinensischen Akteure dürfe bei der Diskussion über die Beilegung der Nahost-Krise, aber auch über die Schaffung von Voraussetzungen für den Beginn des Friedensprozesses nicht ignoriert werden.

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