Ohne Begründung: Pentagon entlässt obersten Militärplaner

Inmitten der Vorbereitungen auf eine mögliche Wiederaufnahme der Bombardierungen Irans hat das US-Kriegsministerium seinen Chefplaner des Postens enthoben. Generalleutnant Brett Sylvia reiht sich damit in die fast zwei Dutzend hochrangigen Bediensteten ein, die während der Amtszeit von Kriegsminister Hegseth entlassen wurden.

Das Pentagon hat seinen obersten Militärstrategen entlassen, während Washington Notfallpläne für eine mögliche Eskalation der Feindseligkeiten mit Iran ausarbeitet.

Generalleutnant Brett Sylvia wurde von seinem Posten als Direktor für Strategie, Planung und Politik (J5) im Vereinigten Stab abberufen, wie ein Sprecher am späten Mittwoch nach Medienberichten über seine Entlassung bestätigte.

Sein Vorgänger, Generalleutnant Joseph McGee, musste vor einem Jahr aufgrund von Spannungen mit Kriegsminister Pete Hegseth und dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, General Dan Caine, in den Ruhestand treten. Sylvia war zuvor stellvertretender Direktor des J5.

Das Pentagon gab keine Begründung für Sylvias Ausscheiden. Zu seinen Aufgaben gehörte die Entwicklung militärischer Strategien und Pläne zur Beratung des US-Präsidenten. Er reiht sich damit in die fast zwei Dutzend hochrangigen Militär- und Zivilbeamten ein, die während Hegseths Amtszeit entlassen wurden.

Der Kriegsminister bezeichnete die Entlassungen als Teil der Bemühungen, die aufgeblähten Reihen der Generäle im Militär zu reduzieren und die Streitkräfte effizienter und schlagkräftiger zu machen. Kritiker hingegen sprechen von einer ideologischen "Säuberung".

Präsident Donald Trump hat wiederholt die Möglichkeit einer Wiederaufnahme großangelegter Kampfhandlungen mit Iran ins Spiel gebracht, einschließlich der Wiederaufnahme der intensiven Bombardierungen, die in den ersten 40 Tagen des Konflikts stattfanden, den die USA und Israel Ende Februar begonnen hatten. Eine mögliche Eskalation könnte zeitlich um die Zwischenwahlen im November herum erfolgen.

Militärexperten äußerten weithin die Befürchtung, dass eine weitere Bombardierungskampagne nicht den gewünschten "Abschluss" bringen würde, wie Trump es formulierte, sondern die weltweiten wirtschaftlichen Folgen des Konflikts weiter verschärfen würde. Teheran hat seinerseits wiederholt davor gewarnt, dass es bereit sei, Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Verbündete in der Golfregion zu ergreifen, sollte es erneut angegriffen werden.

Umgekehrt gibt es Spekulationen, dass Trump Hegseth nach den Zwischenwahlen entlassen könnte, da die oppositionellen Demokraten voraussichtlich in beiden Kongresskammern Sitze hinzugewinnen werden. Kritiker des Iran-Krieges, darunter der republikanische Abgeordnete Thomas Massie, argumentieren, dass die Entlassung des Ministers Trump helfen könnte, ein mögliches Amtsenthebungsverfahren zu vermeiden, falls die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus erlangen.

In seiner öffentliche Rhetorik unterstützt Trump jedoch weiterhin Hegseth und dessen Politik.

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