Liveticker Ukraine-Krieg: Tschechien will bei "russischem Angriff" Brigaden ins Baltikum schicken

29.09.2026 22:00 Uhr
22:00 Uhr
Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!
21:51 Uhr
Tokajew für Einfrieren der Kampfhandlungen in der Ukraine

Bundeskanzler Friedrich Merz und der kasachische Präsident Kassym-Jomart Tokajew während der Begrüßungszeremonie in Berlin am 29. September.CLEMENS BILAN / TASS Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat seine Position zur Beilegung des Ukraine-Konflikts auf einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz erläutert:
"Ich habe von einem Einfrieren der Kampfhandlungen auf dem Gebiet der Ukraine gesprochen, um zu einem Prozess diplomatischer oder wie auch immer gearteter Verhandlungen überzugehen. Das ist unsere Position, unabhängig davon, was auf dem Gebiet der Ukraine geschieht."
Tokajew betonte zugleich, Kasachstan werde sowohl Russland als auch die Ukraine weiterhin als "gute Freunde" betrachten. "Wir respektieren das ukrainische Volk, seine Geschichte, Kultur, Traditionen und natürlich auch die ukrainische Sprache sehr", fügte er hinzu. Einen sofortigen Stopp des Krieges habe er hingegen nicht gefordert, da dies seiner Einschätzung nach unter den gegenwärtigen Bedingungen unrealistisch wäre.
Zugleich dankte Tokajew dem russischen Präsidenten Wladimir Putin dafür, dass dieser seine persönliche Position zur Beilegung des Konflikts "mit großem Verständnis" aufgenommen habe. "Wir alle, die Staatsoberhäupter, treten für die Beendigung der Kampfhandlungen auf dem Gebiet der Ukraine ein, einschließlich des Präsidenten Russlands", erklärte der kasachische Präsident.
Tokajew hält sich zu einem offiziellen Besuch in Deutschland auf. Dort führte er Gespräche mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und traf zuvor mit Vertretern führender deutscher Wirtschaftsverbände und Finanzinstitute zusammen.
21:40 Uhr
Guterres besorgt über steigende Zahl ziviler Opfer in Russland
UN-Generalsekretär António Guterres ist nach Angaben seines Sprechers Stéphane Dujarric über die steigende Zahl ziviler Opfer infolge zunehmender Angriffe der ukrainischen Streitkräfte auf russisches Staatsgebiet besorgt.
Dujarric erklärte zudem, Guterres stehe angesichts der Gespräche über ein mögliches trilaterales Treffen unter Beteiligung der USA weiterhin mit Russland und der Ukraine in Kontakt.
Zugleich berichtete der UN-Sprecher, dass am Rande der UN-Generalversammlung mehrere nichtöffentliche Treffen verschiedener Delegationen zur Beilegung des Ukraine-Konflikts stattgefunden hätten.
Dujarric äußerte die Hoffnung, dass die betroffenen Staaten die Zeit bei den Vereinten Nationen für Verhandlungen und Fortschritte auf dem Weg zu einer Beendigung des Konflikts nutzen würden. Guterres sei in dieser Frage weiterhin "so aktiv wie möglich", fügte der UN-Sprecher hinzu.
21:25 Uhr
Drei Verletzte bei ukrainischem Drohnenangriff im Gebiet Belgorod
Bei einem Drohnenangriff auf das Gebiet Belgorod sind im Dorf Bessonowka drei Menschen verletzt worden. Dies teilte der operative Stab der Region mit, wie die Nachrichtenagentur TASS berichtet. Dem Einsatzstab zufolge erlitt einer der Verletzten bei der Detonation einer Drohne eine tiefe Verletzung des Brustkorbs sowie Splitterverletzungen am Bauch, Unterarm und Unterschenkel. Er wurde in schwerem Zustand in das regionale Klinikum eingeliefert. Zwei weitere Männer mit durchdringenden Verletzungen am Bauch, an Armen und Beinen wurden in das Städtische Krankenhaus in Belgorod gebracht.
21:11 Uhr
Abgeordneter: Ukraine hat Auftauchen neuer russischer Drohnen übersehen
Die Ukraine hat das Auftauchen neuer russischer Drohnen mit Strahlantrieb "übersehen". Dies erklärte der Abgeordnete der Werchowna Rada, Sergei Rachmanin, wie auf dem ukrainischen Nachrichtenportal Strana.ua berichtet wird.
Seinen Angaben zufolge würden die neuen russischen Drohnen der Typen Geran-4 und Geran-5 in einer Höhe von mehr als sieben Kilometern in den Wirkungsbereich der ukrainischen Luftabwehr eindringen. Leichte ukrainische Luftabwehrsysteme könnten hingegen gewöhnliche Drohnen nur in Höhen von bis zu fünf Kilometern abschießen.
Hinzu komme, dass die neuen Drohnen mit einer Geschwindigkeit von 450 bis 600 Kilometern pro Stunde flögen und von ukrainischen Abfangdrohnen nicht eingeholt werden könnten. Der Abgeordnete fügte hinzu:
"Und dann ist es entweder sehr teuer, sie abzuschießen, oder es gibt keine Raketen. Leider wird ein erheblicher Teil der Objekte zerstört werden."Bereits zuvor hatte die New York Times (NYT) berichtet, dass die neuen russischen Drohnen mit Strahltriebwerken in der Ukraine für erhebliche Besorgnis sorgten. Bei den russischen Angriffen auf Kiew sei eine "neue unheilvolle Besonderheit" in Form solcher Drohnen aufgetreten. Diese "lösen Besorgnis aus, überlasten die Luftabwehr und markieren nach Einschätzung von Analysten und Regierungsvertretern eine gefährliche neue Phase des Krieges", so die NYT.
20:57 Uhr
Babiš: Tschechien will im Fall eines "russischen Angriffs" zwei Brigaden ins Baltikum schicken

SymbolbildKI-generiert Tschechien sei bereit, im Falle eines russischen Angriffs auf die baltischen Staaten zwei mechanisierte Brigaden zu entsenden. Das berichtete das Nachrichtenportal Deník N unter Berufung auf den tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš:
"Wir bereiten uns darauf vor. Wenn Russland die baltischen Staaten angreifen würde, müssten wir gemäß Artikel 5 des Nordatlantikvertrags zwei unserer mechanisierten Brigaden zur Unterstützung des angegriffenen NATO-Mitgliedsstaates entsenden."
Tschechien würde dabei "aktiv handeln", fügte Babiš hinzu.
Am 25. September hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, Russland bereite sich auf keinerlei Kampfhandlungen mit Europa vor.
Zuvor hatte der Abgeordnete des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, Andrei Kolesnik, betont, dass Russland Litauen, Lettland und Estland nicht angreifen werde. Seinen Worten zufolge könne eine Bedrohung für die baltischen Staaten lediglich im Falle einer Aggression gegen das Gebiet Kaliningrad entstehen.
20:38 Uhr
Ukraine erhält bis Jahresende drei F-16-Kampfjets von Belgien
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij hat in seinem Telegram-Kanal mitgeteilt, dass Belgien der Ukraine bis zum Ende dieses Jahres drei F-16-Kampfjets übergeben will.
"Wir werden die Übernahme dieser Flugzeuge im beschleunigten Verfahren umsetzen."
Selenskij zufolge hat die Ukraine bereits Munition für die F-16 von Belgien, Spanien und anderen Ländern erhalten.
Im Juni hatte der belgische Verteidigungsminister Theo Francken erklärt, dass Belgien der Ukraine in diesem Jahr sieben F-16-Kampfjets übergeben werde. Drei der Flugzeuge könnten demnach eingesetzt werden, während die übrigen vier als Ersatzteilspender dienen könnten.
20:12 Uhr
Russland als "ewiger Feind" – Auswärtiges Amt weicht Fragen zu Wadephuls früherer Äußerung aus

In der Bundespressekonferenz am Montag wurde unter anderem das ergebnislose Treffen von Außenminister Johann Wadephul mit seinem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow in New York thematisiert.
Der Journalist Florian Warweg von der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung erinnerte dabei daran, dass Wadephul Russland Anfang des Jahres 2025 als dauerhaften Feind bezeichnet hatte – unabhängig vom Kriegsausgang. Damals war Wadephul einem Telefonstreich der russischen Prankster Wowan und Lexus aufgesessen und glaubte, mit dem ukrainischen Präsidialamtschef Andrei Jermak zu sprechen.
Warweg wollte wissen, ob Wadephul mit eben dieser Einstellung in das Gespräch mit Lawrow gegangen sei. Sprecher Josef Hinterseher wies dies zurück: Die Position bleibe unverändert – volle Unterstützung der Ukraine sowie wirtschaftlicher Druck auf Russland. Gleichzeitig sei man bereit, zu einem konstruktiven Verhältnis mit Moskau zurückzukehren. Zu Aussagen aus der Zeit vor dem Regierungsantritt des Außenministers könne er sich nicht äußern.
Ein Video dazu gibt es hier auf unserer Webseite.
19:51 Uhr
Frau in Gebiet Kursk bei ukrainischem Drohnenangriff verletzt
Eine 40-jährige Frau ist im Korenewski-Kreis des Gebiets Kursk verletzt worden. Dies teilte der Gouverneur der Region, Alexander Chinstein, auf seinem Kanal auf der Plattform Max mit. Nach seinen Angaben hatte eine ukrainische Drohne am Vortag das Dorf Puschkarnoje angegriffen. Die Bewohnerin sei daraufhin davongelaufen und dabei gestürzt.
Am folgenden Tag habe sie sich an das Kreiskrankenhaus in Rylsk gewandt. Die Ärzte diagnostizierten bei ihr einen geschlossenen Knochenbruch an der linken Hand mit Verschiebung. Anschließend wurde die Frau mit einem Rettungswagen in das Gebietskrankenhaus Kursk gebracht, wo sie die notwendige Behandlung erhalten soll.19:29 Uhr
Polen will Abschuss von Drohnen über Ukraine mit NATO abstimmen
Polen hat bislang keine Entscheidung darüber getroffen, Drohnen über dem Gebiet der Ukraine abzuschießen. Eine solche Entscheidung müsse auf NATO-Ebene abgestimmt werden, sagte der stellvertretende polnische Verteidigungsminister Stanisław Wziątek dem Fernsehsender TVP Info.
Wziątek wies zugleich darauf hin, dass Russland ein solches Vorgehen Warschaus als Beteiligung an den Kampfhandlungen auffassen könnte.
Am Vortag hatte der stellvertretende polnische Verteidigungsminister Cezary Tomczyk erklärt, das polnische Militär solle das Recht erhalten, Luftziele, die aus Richtung Russland kommen könnten, auch ohne visuelle Bestätigung abzuschießen.
Bereits am 7. August hatte der polnische Außenminister Radosław Sikorski erklärt, die Frage eines Abfangens russischer Raketen über dem Gebiet der Ukraine müsse ernsthaft erörtert werden, ohne abzuwarten, bis diese sich der polnischen Grenze nähern. Seiner Ansicht nach dürfe das Thema nicht zum Gegenstand innenpolitischer Auseinandersetzungen in Polen werden.
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.


