
"Migra-Streik" vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Geschlossene Läden gegen Rassismus

Ladenbesitzer und Unternehmer mit Migrationshintergrund wollen am 26. August in Magdeburg und anderen Städten Sachsen-Anhalts einen sogenannten "Migra-Streik" durchführen. Am kommenden Mittwoch sollen die Läden und Firmen einige Stunden lang geschlossen bleiben. Zu der Aktion gegen Rassismus und Ausgrenzung haben Migrantenverbände aufgerufen.

Hintergrund sind die jüngsten Umfragen vor der Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt. Demnach liegt die AfD in der heißen Phase des Wahlkampfs mit 42 Prozent deutlich vor den anderen Parteien. Die CDU kommt nur auf 22 Prozent. Einwohner mit Migrationshintergrund fühlen sich von der Politik der AfD im Land bedroht.
In dem Streikaufruf heißt es, die Partei schüre "Rassismus, indem sie Migranten, Geflüchtete und Menschen unterschiedlicher Herkunft für sämtliche gesellschaftliche Probleme verantwortlich macht". Man wolle in einer Gesellschaft leben, "in der Herkunft nicht darüber entscheidet, wer dazugehört". Deswegen wollen die Teilnehmer des "Migra-Streiks" am 26. August von 10 bis 15 Uhr ihre Betriebe schließen:
"Wir schließen heute unsere Türen, damit sich morgen nicht die Türen zu einer freien und demokratischen Gesellschaft schließen."
Man wolle nicht zu Forderungen nach massenhaften Abschiebungen und zur Ausgrenzung von Menschen mit Migrationsgeschichte schweigen.
Der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt unterstützt nach eigenen Angaben die selbstorganisierte Initiative. Zudem ist für 13 Uhr eine Kundgebung mit Presseerklärung vor dem Landtag Sachsen-Anhalt geplant. Dort wollen die Organisatoren und beteiligte Firmeninhaber über ihre Erfahrungen und Sorgen sowie die Hintergründe und Ziele der Aktion sprechen.
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